Die Einweihung unseres heutigen Schulgebäudes erfolgte am 17. Juli 1975.

Zu diesem Anlass wurde damals von Herrn Michael Dittenhofer, Rektor der Schule,
und Herrn Franz Kellndorfner, 1. Bgm. von Rennertshofen, eine Festschrift erstellt.

Dieser Festschrift wurden nachstehende Informationen entnommen.

Von der einklassigen Volksschule zur vollausgebauten Grund- und Hauptschule
1500 – 1800

Wenn wir in den Protokollen der Pfarrämter unserer Orte und in anderen überlieferten Schriftstücken nachlesen, finden wir viel Interessantes über die damaligen Schulverhältnisse, über die Lehrer, über die Schulhäuser sowie über den Lehr- und Lernbetrieb.

So bezeugen Zahlen wie 1557 (Rennertshofen), 1581 (Rohrbach), 1587 (Mauern), 1590 (Ammerfeld), 1596 (Hütting), 1614 (Emskeim) und noch andere mehr, dass auch damals in diesen Orten schon „Schule gehalten“ wurde.

Wenn man dann liest, dass sich das Einkommen des Lehrers auf 35 fl (etwa 60 DM nach heutigem Wert) im Jahr belief, und er auch gezwungen war, sich durch andere Tätigkeiten wie Krautschneiden, Aufspielen bei Musiken und Hochzeiten, durch Landwirtschaft, Weberei, Organisten-Dienst und Mesnerei sein Einkommen für die Familie zu sichern. Im Fürstentum Neuburg wurden in den meisten Dörfern schon vor 1600 Schulen gegründet.

Für Trugenhofen haben wir die Nachricht aus den Visitationsprotokollen der Pfarrei. Während bis zum Jahre 1597 nur der Mesner angeführt ist, erscheint dann ab Schulgründung das Amt des „Meßners und Schulmeisters“ vereinigt.
„Schulmeister und Mesner Tobias Kaib von Gundelfingen ist beim Amt im vierten Jahr. Hat seinen Fleiß in Schul und Kirchen wie auch seines Lebens halber guter Zeugnis und hat verschiedenen Winter 17 Kinder gehabt.“

Dass die Bürger von Rennertshofen, die als Handelsleute auf Lesen, Schreiben, Rechnen angewiesen waren, sich schon früh um eine Schule bemühten, ist gewiss. Das 1. Schulhaus war angeblich das jetzige Anwesen Steib hinter der Kirche. Vor 300 Jahren wird auch ein „Schulhaus am Tor“ genannt.
Vor rund 400 Jahren amtierte hier ein Gerichtsschreiber Murr aus Öttingen, der sich auch als Schulmeister betätigte. Er meldet stolz, dass er jedes Jahr 3-4 Schüler in Latein unterrichtet.
Ein etwas zwielichtiger Herr scheint der Schulmeister Krabler aus Rain gewesen zu sein, der hier kurz vor dem 30jährigen Krieg lebte. Er gibt ohne falsche Bescheidenheit an, dass er insgesamt 23 Jahre „studiert“ habe.
Nicht vergessen sei Konrad Prauneck, der vor rund 250 Jahren hier wirkte. Er war nicht nur Schulmeister, sondern auch Brauereiaufseher, Ratsschreiber und Maler, sicher damals einer der führenden Köpfe in der Marktgemeinde.

Nachweislich gingen die Rohrbacher Kinder bis 1581 in Rennertshofen in die Schule, bis sie im gleichen Jahr das damalige Beinhäuslein als Schulhaus bekamen. Die Hüttigner Kinder gingen nicht gern in die Klosterschule nach Bergen und erhielten im Zusammenhang mit der Wiedereinführung des Katholizismus im Jahre 1617 eine eigene Schule.

Natürlich waren auch an allen übrigen Orten Schulen errichtet. Diese ersten Anfänge wurden durch die Zerstörung vieler Dörfer im 30jährigen Krieg wieder zunichte gemacht. So hörte z.B. in Hütting und in Trugenhofen der Schulbetrieb im Jahre 1632 völlig auf und begann erst wieder 50 Jahre später. Fast zwei Geschlechterfolgen waren ohne Unterricht aufgewachsen. Im Jahre 1691 unterschrieb bei einem Streit der Gemeinde Trugenhofen mit dem Hofmarksherrn vor dem Gericht in Monheim der Gerichtsschreiber „im Namen aller Gemeindsleute von Trugenhofen, die des Lesens und Schreibens unkundig“. Allenthalben ersetzte man seine Namensunterschrift durch drei Kreuzlein.

1803 – 1969

Nach der Einführung der „allgemeinen Schulpflicht“ im Jahre 1803 wurden vielerorts neue Schulhäuser unter großen Opfern der Gemeinden erstellt. Diese dienten lange Zeit dem Schulbetrieb, wurden umgebaut, als Lehrerwohnung ausgebaut und nach dem 1. und 2. Weltkrieg neue errichtet.

1840 Schulpflicht und Stundenplan

Sechs Jahre gingen damals die Kinder in die Werktagsschule und sechs Jahre in die Feiertagsschule. Bald gab es auch eine Strickschule für die Mädchen; diese war Sache der Lehrersfrau.
Ein Stundenplan aus dieser Zeit mutet uns seltsam an, mit seinen vielen Übungsstunden und mit dem geringen Sachunterricht.
2 Stunden Religion, 4 Std. biblische Geschichte, 6 Std. Lesen, 5 Std. Schönschreiben, 4 Std. Diktatschreiben, 2 Std. Rechtschreiben, 2 Std. Tafelrechnen, 2 Std. Kopfrechnen, 1 Std. bayerische Geschichte und 2 Std. Geographie.

Rennertshofen

Das erste verbürgte Schulhaus ist das 1806 angekaufte Pflegamtsgebäude neben der Kirche. 1884 wurde die Schule bereits zweitklassig. 1898 hielt die erste Lehrerin im Schulhaus Einzug. Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Schülerzahl durch den Zuzug Heimatvertriebener. Die Schule wurde 1945 dreiklassig und 1948 vierklassig. Nun war ein Neubau fällig. Er entstand 1956/57 im Süden des Ortes an der Ussel. Dieses Schulhaus enthält vier Klassräume und die Schulküche. Schon 1965 wurde die Schule fünfklassig, vor allem auch durch die Hereinnahme der Oberklasse von Stepperg.

Bertoldsheim

Bis 1848 wurden die Kinder in der „guten Stube“ des alten Lehrerhauses unterrichtet. 1848 erhöhte man dieses Haus um ein Stockwerk und verlegte den Schulsaal nach oben. 1884 baute die Gemeinde östlich dieses Lehrerhauses ein neues Schulhaus. Von dieser Zeit an war die Schule zweitklassig. 1947 wurde ein dritter Schulsaal bereitgestellt. Ein gutes Zeugnis für den Ort ist die Tatsache, dass die Schulleiter immer längere Zeit – 15 – 20 und 40 Jahre – blieben.

Rohrbach

Bis 1581 gingen die Kinder von Rohrbach in Rennertshofen in die Schule. 1581 wurde das damalige Beinhäuslein als Schule eingerichtet. Es Stand an der Nordseite der Kirche hat an der Kirchenmauer und wurde niemals von der Sonne beschienen.
Es musste fast 300 Jahre lang Dienst tun, darunter über 50 Jahre lang sogar als Pfarrhaus, während der Schullehrer ins Armenhaus verwiesen wurde. 1853 wurde das derzeitige Schulhaus fertig gestellt und steht auf dem Platze des alten Zehnthauses im Osten des Dorfes.

Als Lehrer werden genannt:
1581 Anton Scherer von Ravensburg,
1594 Andreas Nobis aus Donauwörth,
1600 Konrad Huber, Vogt zu Bertoldsheim
und später N. N. Schmid, in dessen Familie
der Schuldienst fast 200 Jahre lang blieb.
Die Schule war einklassig.

Riedensheim

Als erstes Schulhaus diente ein Bauernhaus, das die Gemeinde 1805 käuflich erwarb.
Im Jahre 1888 wurde es aufgestockt. Im 1. Stockwerk befindet sich ein kleiner Schulsaal, im Erdgeschoß die Lehrerwohnung.

Emskeim

1614 wurde in einem Visitationsprotokoll Pfarrer Faber auch als Schullehrer bezeichnet. Er unterrichtete vor allem im Winter. 1816 kaufte die Gemeinde um 450 Gulden das „Hohenhausische Schlößchen“ des Freiherrn von Hohengleichen und verwendete es als Schulhaus. Bis dahin war in der Schulmeistersölde Nr. 21 (Anwesen mit kleiner Landwirtschaft) unterrichtet worden.
Die Schule Emskeim war einklassig, zeitweise nur ca. 15 Schüler.

Stepperg

Zum Stepperger Schulsprengel gehörte seit langer Zeit auch Hatzenhofen. Damals gehörte zur Schule, wie auch an vielen anderen Orten, eine kleine Landwirtschaft.
Der Anschluss an den Schulverband Rennertshofen erfolgte 1969. Bis 1974 waren 3 Klassen in Stepperg untergebracht.

Trugenhofen

Schon 1597 erwähnt ein Protokoll einen Schulmeister in Trugenhofen. Vielfach hatte dieses Amt ein ortsansässiger Handwerker inne, der von den Schlossherren dazu bestimmt wurde.
1913 baute die Gemeinde in der Mitte des Dorfes das Schulhaus.
Die Schule Trugenhofen war immer einklassig.

Ammerfeld

Vom Jahre 1590 wird berichtet, dass der Pfarrer Schule hält und diejenigen unterrichtet, die lateinisch lernen. Die anderen, welche deutsch lernen, werden von ihren Eltern nach Tagmersheim geschickt.
1614 war der Pfarrer zugleich Schulmeister. 1878 wurde das jetzige Schulhaus erbaut, vorher fand der Unterricht im Anwesen Stiegler, Nr. 40, statt, bis 1948 einklassig, 1948-1956 zweiklassig, dann wieder einklassig.
Bis 1969 gingen die Kinder aus Burgmannshofen in Ammerfeld in die Schule.

Hütting

Seit 1617 hatte Hütting eine Schule, vorher waren die Kinder nach Bergen in die Klosterschule gegangen. 1840 baute die Gemeinde neben der Kirche ein Schulhaus, das lange Zeit genügte, dann aber doch zu eng wurde. 1901 fügte man einen größeren Saal an.
Die Hüttinger Schule war immer einklassig, erst nach der Eingliederung in den Schulverband Rennertshofen wurden 2 Klassen dorthin gelegt.

1969 – 1975

Erste Versuche, eine Verbandsschule zu gründen, richteten sich schon im Jahre 1964 an die orte Rennertshofen, Stepperg, Mauern und Bertoldsheim. Der Versuch scheiterte, ein weiteres Bemühen im Jahre 1965 blieb ebenfalls ohne Erfolg. Im Schuljahr 1965/66 wurden im Einvernehmen der Schulleitung, der Eltern und der Schulpflegschaft von Stepperg die Schuler der 7./8. Klasse nach Rennertshofen eingeschult.

Dadurch erhielt Rennertshofen eine 5. Planstelle. Ein erster Schritt war getan. In Durchführung der Neugliederung der Volksschulen in Bayern (Schulreform) hatten sich auch in unserem Schulbereich wesentliche Veränderungen ergeben. Mit der Einführung der 9. Klasse wurden die räumlichen Schwierigkeiten so groß, dass nur eine vollständige Umorganisierung eine erträgliche Lösung ermöglichte. Da Rennertshofen als Ort für die Verbandsschule vorgesehen war, bildeten Rennertshofen, Stepperg, Hatzenhofen, Riedensheim, Mauern, Hütting, Rohrbach, Erlbach, Ammerfeld, Emskeim, Bertoldsheim und Trugenhofen einen Schulsprengel. Die Schulen in Trugenhofen, Rohrbach, Emskeim und Riedensheim wurden aufgelöst. Bertoldsheim, Ammerfeld, Hütting, Mauern und Stepperg galten als Außenstellen. Konnte man die Schüler räummäßig einigermaßen unterbringen, so war der Transport eine der schwierigsten Aufgaben. Auch hier fand man eine erträgliche Lösung.

Aus einem Elterbrief lesen wir:

„Werte Eltern!
Das Schuljahr 1969/70 ist vorbei und das neue steht mit größeren und schwierigeren Aufgaben vor uns. Sie erinnern sich sicher noch, daß wir mit großen Sorgen begannen:

1. Werden sich die Kinder in den neuen Gemeinschaften zurechtfinden?
2. Werden sie den schulischen Anforderungen genügen?
3. Werden sie ohne körperlichen Schaden in ihre Klasse und von dort wieder zurückkommen?

Diese Hauptsorgen begleiten uns das ganze Jahr. Wir können mit Dank an den Herrgott sagen: es ist alles ziemlich gut gegangen. Es war dies aber nur möglich durch Ihr Verständnis für die Situation, durch Ihre Mithilfe, durch das zufriedenstellende Verhalten der Fahrschüler, durch den Einsatz der Lehrkräfte und nicht zuletzt durch den guten Willen und die große Geduld der Busfahrer.
Ich möchte Ihnen in diesem Brief allen:
Eltern, Lehrer, Schülern und Fahrern herzlich danken!“

Diesen Dank möchte ich auch heute wiederholen, denn: „Endlich ist es geschafft!“

gez. Michael Dittenhofer
Rektor